Grundsätze für eine neue Gesellschaft

Bahá'u'lláh hat viele göttliche Grundsätze dargelegt. Diese dürfen aber nicht graue Theorie bleiben, sondern müssen in die Tat umgesetzt werden. Bahá'u'lláh lehrte:

"Seid achtsam, dass ihr nicht auf den Wegen jener wandelt, deren Worte sich von ihren Taten unterscheiden. Lasst euere Taten Führung für die ganze Menschheit sein, denn bei den meisten Menschen unterscheidet sich das Bekenntnis vom Verhalten. Durch euere Taten aber könnt ihr euch vor anderen auszeichnen."

Deshalb engagiert sich die Bahá'í-Gemeinde weltweit, besonders in Entwicklungsländern. So gibt es viele Bahá'í-Projekte, zum Beispiel zur Erziehung von Kindern, zur Förderung der Frau und zur Bekämpfung von Hunger und Armut.

Dies sind einige der grundlegenden Prinzipien der Bahá'í-Religion:

Selbstständige Suche nach Wahrheit
Jeder Mensch sollte selbstständig nach der Wahrheit suchen, bis er sie gefunden hat. So sollten Menschen nicht mehr blind die Religion ihrer Eltern annehmen, ohne diese Religion zu verstehen und zu lieben.

Abschaffung aller Vorurteile
Vorurteile sind der Quell allen Übels. Deshalb müssen Voreingenommenheiten gegen Menschen anderer Nationen, Religionen und sozialer Schichten aufhören. Dies ist durch Aufklärung und geistige Einsicht möglich. Solange dies nicht erreicht ist, kann der Weltfriede nicht errichtet werden. Bahá'u'lláh betonte:

"Diese Handbreit Erde ist nur eine Heimat und eine Wohnstatt. Es geziemt euch, jeden Hochmut aufzugeben, weil er Entfremdung schafft, und euere Herzen auf das zu richten, was Eintracht stiftet."

Gleichberechtigung von Mann und Frau
Die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist unverzichtbar. Stellen Sie sich die Menschheit wie einen Vogel vor, dessen Flügel die beiden Geschlechter darstellen: Nur wenn beide Flügel gleich stark sind, kann der Vogel ungehindert aufsteigen.

Übereinstimmung von Religion und Wissenschaft
Vielleicht finden Sie, dass Religion und Wissenschaft nicht zusammenpassen? Bahá'u'lláh lehrte, dass sich Religion und Wissenschaft perfekt ergänzen: Eine Gesellschaft mit Religion, aber ohne Wissenschaft würde bald im Schlamm des Aberglaubens versinken, wie es im Mittelalter geschah. Eine Gesellschaft mit Wissenschaft, aber ohne Religion würde dagegen im Morast des Materialismus enden, wie man es heute beobachten kann. Religion und Wissenschaft müssen sich also ergänzen.

Außerdem behauptet die Bahá'í-Religion grundsätzlich nichts, was mit der Wissenschaft nicht vereinbar wäre. Widerlegt etwa die Existenz Gottes die Naturgesetze? Vielmehr hat Gott den Menschen die Fähigkeit zu wissenschaftlichem Arbeiten gegeben, um die Welt zu erforschen und dadurch Wohlstand zu schaffen – zum Beispiel durch das Telefon, die Heizung oder das elektrische Licht...

Keine Armut und kein extremer Reichtum
Die Lösung sozialer Probleme ist ein wesentliches Ziel der Bahá'í-Religion. Extreme Armut muss beseitigt werden. In einer Gesellschaft, in der nicht mehr jeder nur auf sein eigenes Wohl achtet, wird die Lösung dieses Problems möglich sein. Bahá'u'lláh erklärte:

"Die Armen in eurer Mitte habe ich euch anvertraut, darum behütet die euch Anvertrauten und trachtet nicht nur nach eurem eigenen Wohlergehen."

Auch sollte extremer Reichtum verhindert werden. Dies bedeutet aber nicht, dass man durch fleißige Arbeit nicht wohlhabend werden dürfte.